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Experimente

Tag 1

Aufgrund der weichherzigen Unfähigkeit meines Vorgängers hat man mir die Aufgabe uebertragen, die Versuchsreihen zu überwachen.
Ich werde seine lächerlichen Testreihen nicht weiter fortführen, daher setze ich zurück auf Tag 1.
Das aktuelle Inventar beträgt: Ein gefangenes Elbenpaar, ein Zwerg, vier Orks, ein Dunkelelb – und die Göttin Kaziti.
Bei diesem Exemplar handelt es sich um eine weibliche Göttin der Kunst, im Vollbesitz ihrer Kräfte, aber nach dem letzten Ausbruchsversuch überaus sicher verwahrt und durchgehend unter magischer Überwachung.
Der gesundheitliche Zustand der Subjekte erweist sich als durchweg positiv, nachdem wir das Gefängnis gründlich von unbrauchbaren Kreaturen gereinigt haben.
Morgen werden die Tests beginnen.

Tag 2

Subjekt O1 hat sich als absolute Fehlzucht erwiesen: Schon bei den harmlosesten Drohungen und ein paar fehlenden Fingern war sein Wille gebrochen und er hat um Gnade gebettelt.
Eine Schande.
Es werden weitere Befragungen nötig sein, um herauszufinden, wo das Problem in seiner Zucht lag, oder ob es sich um eine Lücke im Ausbildungsprogramm handelt.

Tag 5

Die Abstammung von Subjekt O2 scheint fehlerhaft, der weibliche Erzeuger wurde schon vor Jahren aufgrund zu starker rebellischer Eigenarten entfernt.
Auch auf der Folterbank zeigt sich Subjekt O2 stur, aber auch furchtlos und zäh.
Ich werde weitere Testreihen veranlassen, um zu sehen, ob wir diese Eigenschaften nicht für uns nutzen können.

Tag 6

Bisher keine Erfolge bei Subjekt O2, er verschwendet seine kostbaren Fähigkeiten lieber darauf, meine Gehilfen anzuspucken, als sie für das Gemeinwohl einzusetzen.
Ich musste einen meiner Assistenten entlassen, nachdem Subjekt O2 ihn mit einem verlorenen Augapfel bewarf und er darauf beinahe über die Aufzeichnungen gebrochen hätte.
Ich sollte vielleicht als nächstes den Dunkelelben testen.

Tag 7

Subjekt D1 zeigt recht durchschnittliche Reaktionen.
Ich denke, eine Testreihe nach dem sogenannten „Zuckerbrot und Peitsche“-Prinzip wäre erfolgsversprechend, im späteren Stadium einige Konditionierungen.
Die heutigen Schmerztests waren erfolgreich, auch hier zeigt das Subjekt durchschnittliche Reaktionen – und sogar ein gewisses Maß von Höflichkeit.
Sehr angenehm.
Subjekt O2 besitzt mittlerweile nur noch einen Arm, ein Auge, sieben Zehen und hat fünf Zähne eingebüßt.

Tag 8

Subjekt D1 hat negativ auf primitive Testreihen reagiert, ich werde sie an seine Intelligenz angleichen müssen.
Objekt K hat einen weiteren Ausbruchsversuch gestartet und eine magische Barriere zerstört.
Die Schutzmaßnahmen werden erhöht.
Ich werde den zweiten Assistenten wechseln müssen, nachdem Subjekt O2 ihn gereizt hat, bis er ihn entgegen meiner Anweisungen umbringen wollte. Vielleicht sollte ich Subjekt D1 einstellen.

Tag 9

Die angeglichenen, positiven Testreihen haben sich bei Subjekt D1 als nicht wirksam erwiesen: Die Reaktionen sind bestenfalls als spöttisch zu beschreiben.
Die negativen hingegen haben bereits geringfügige Erfolge erzielt, auch wenn es dem Subjekt sichtlich missfällt.
Subjekt Z1 hat einen Ausbruchsversuch gestartet und einen Wächter getötet.

Tag 10

Die Testreihen haben weitere Erfolge erzielt, aber auch gezeigt, dass zu großer Schmerz nur bedingt zuträglich ist: Es gilt offenbar, für die optimale Wirkung auf einer feinen Grenze zwischen tragbar und untragbar zu wandeln.
Ich werde auf weitere Dunkelelben warten müssen, um die Individualität dieser Grenze und insbesondere des gesamten Versuchs testen zu können.

Tag 13

Objekt K hat drei Barrieren zerstört und ihren physischen Käfig schlicht pulverisiert, der Anblick des Zaubers war bemerkenswert.
Die Barrieren werden erneuert, verstärkt und ihre Anzahl erhöht.
Nachdem auf diese Art nun scheinbar im Laufe der letzten Monate mehrere Gefängnisse zerstört wurden, werde ich die Zelle der Göttin auf magische Natur beschränken.
Subjekt Z1 erweist sich als stur und absolut unkooperativ.
Zu Zwecken der besseren Untersuchung habe ich veranlasst, es von all dem Haar zu befreien.
Es hat einem meiner Mitarbeiter die Hand mit dem Schemel, auf dem es geschoren wurde, zerschmettert.

Tag 15

Subjekte O3 und O4 haben sich als ähnlich schwach wie Subjekt O1 erwiesen.
Stammbaumrecherche ist bereits im Gange, erste Schmerztests zeigen wieder eine stark erniedrigte Schmerzgrenze.
Subjekt O4 steht unter Beobachtung, nachdem es sich auf der Folterbank eingenässt hat.
Ich hoffe sehr, dass es sich nur um eine Krankheit handelt.

Tag 16

Die Abstammung von Subjekt O3 ist tadellos, die von Subjekt O4 zeigt ähnliche Probleme bei dem männlichen Erzeuger.
Ich werde verfügen, dass die Nachzucht von problematischen Produkten bei derartigen Vorfällen auf der Stelle geprüft wird.
Subjekt D1 reagiert zunehmend positiv auf das Testverfahren, das weiterhin stetig angepasst wurde.
Der Unterschied zum ersten Versuch ist mittlerweile enorm.

Tag 17

Subjekt E2 scheint von einer Krankheit befallen zu sein und steht ebenfalls unter Beobachtung.
Die Symptome sind Schwäche, Schläfrigkeit und Lethargie.
Objekt K hat einen weiteren Ausbruchsversuch gestartet, war diesmal allerdings absolut erfolglos.
Ich werde den Mangel an physischen Maßnahmen nutzen, um erste Tests durchzuführen.
Subjekt O3 scheint zusätzlich zu der geistigen Schwäche ungewohnt gebrechlich zu sein: Die Wunden der ersten Tests bluten noch immer.
Morgen werde ich obduzieren.

Tag 18

Die Obduktion war erfolglos: Die ungewohnt schwache Regeneration von Subjekt O3 muss auf eine Krankheit zurückzuführen sein, denn an seinem Körper waren keine sonstigen Auffälligkeiten zu entdecken.
Morgen werde ich Subjekt O4 obduzieren: Eventuell hat es sich angesteckt und zeigt deutlichere innere Anzeichen.
Der Zustand von Subjekt E2 verschlechtert sich weiterhin.

Tag 19

Auch Subjekt O4 zeigt keine auffälligen Besonderheiten, abgesehen davon, dass sich das Blasenproblem wiederholt hat.
Eventuell ist ein gewisser Grad von Muskelschwund vorhanden.
Objekt K erweist sich als deutlich vielversprechender: Interessanterweise scheint sie selbst auf heftige physische Attacken nicht anzusprechen, trägt keinen einzigen Kratzer davon.
Dennoch hatte die heutige Testreihe einen weiteren Ausbruchsversuch zur Folge.

Tag 20

Subjekt D1 verhält sich mittlerweile geradezu vorbildlich, ich denke, ich habe die ideale Behandlung für ihn gefunden.
Das aktuelle Verfahren wird weiterhin beibehalten.
Subjekt E2 wirkt zunehmend regungslos, jegliche Reaktion verzögert sich.
Objekt K scheint auch auf schwächere Schadenszauber nicht anzusprechen.

Tag 30

Subjekt E2 ist heute Nacht verstorben.
Die Obduktion hat eine spontane Verkümmerung einiger organwichtiger Muskelpartien ergeben, dazu starken Gewichtsverlust.
Was kann der Auslöser gewesen sein? Ich werde zur Sicherheit ihre Zelle genaustens untersuchen lassen, ehe ich mir neue Subjekte bringen lasse.
Subjekt D1 darf sich mittlerweile frei im Gefängnis bewegen und verhält sich weiterhin überaus lobenswert.
Nachdem keine Fortschritte bei den Tests an Objekt K erreicht wurden, wird sich eine andere Abteilung ihrer annehmen.

Tag 37

Objekt K entgegenzukommen war ein Fehler.
Sie hat die Farben genutzt, um eine Landschaft auf den Boden zu zeichnen – in die sie dann verschwunden ist.
Das entstandene Bild ist von unglaublicher Detailliertheit, man kann geradezu beobachten, wie die Blumen und Gräser der Wiese sich im Wind wiegen.
Die Wachen konnten sich kaum von dem Anblick losreißen.
Ich werde versuchen, mithilfe von markanten Wegpunkten auf dem Kunstwerk den neuen Aufenthaltsort der Göttin zu ermitteln.

Tag 38

Ich habe versagt.
Die Gefallenen werden sich des Problems annehmen.
Ich befürchte, dass ich Teil davon bin.

Tag 39

Objekt K wurde erfolgreich von den anderen Göttern eingefangen und zurückgebracht.
Die Schutzmaßnahmen werden noch einmal verstärkt, jede Art von Farbe wird von jetzt an von ihr ferngehalten.
Heute Abend werde ich meine Forschungen einem Nachfolger überlassen müssen.

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