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Eine neue Welt

von Thal Güldenlaub
Schreiber des Kostos

Der Rat der Götter hat entschieden: Wenn es acht Erbauer benötigte Awarnor zu erschaffen, dann werden sieben Götter für den neuen Kontinent ausreichen. Denn die Götter sind nun die höchste Macht. Sie werden zeigen, dass ihre Macht der Macht der Erbauer überlegen ist. Dies ist der erste Schritt.

Mein Herr, Kostos der Wissbegierige, wurde als einer der sieben berufen. Und er hat mich, Thal Güldenlaub, Meister des geschriebenen Wortes zu Yggdra, beauftragt seine Gedanken zu Navidea, dem Beginn der neuen Schöpfung, festzuhalten. Meine Aufgabe hierbei ist nicht nur das Dokumentieren, sondern was noch viel wichtiger ist, das Zusammenfassen der komplexen Gedanken eines Gottes zu Worten, die das Papier erfassen kann.

Während andere sich mit Kleinigkeiten wie der späteren Form und Position Navideas befassten, war das erste Problem, dem sich mein Herr widmete, eine Möglichkeit zu finden, den Neubeginn außerhalb der Sicht der Erbauer zu erschaffen. Wenn man einfach Teile Awarnors abspalten oder Landmassen aus dem Meer aufsteigen ließe, würden die Alten Herrscher dies selbstverständlich augenblicklich bemerken und in ihrem Bestreben, die Welt ohne Rücksicht auf deren Bewohner zu formen, unterbinden und bestrafen. So dachte er also über ein Material nach, das sich dem Blick der Erbauer entzieht. Kein Element kam in Frage, denn Nostrok wachte darüber. Nicht einmal das Licht oder Schatten konnten zu Materie verdichtet werden, denn Arkasha hätte dies sofort bemerkt. Sowohl lebendige, als auch tote Körper würden von Tom Bombadil bemerkt werden. Doch eine Sache entzog sich den Selbstgerechten schon immer, die Gedanken der Götter. Der Beweis dafür ergab sich von selbst, denn die Auslöschung der Vampire hat gezeigt, dass die machtgierigen Acht einen solchen Gedanken schon lange bestraft hätten, wenn sie ihn kennen würden.

Die Experimente haben ergeben, dass auch die Gedanken der anderen Rassen unbeobachtet bleiben und dass Gedanken, Gefühle, der Wille, all das, was sich ihrem Blick entzieht, mit der Seele zusammenhängt. Die anderen an der Schöpfung beteiligten Götter stimmten den Überlegungen meines Herrn zu und es wurde beschlossen, dass Seelen als Grundsubstanz dienen werden müssen.

Das unauffällige Finden von Freiwilligen und die Forschung zu Extraktion, Aufspaltung und Verarbeitung der Seelen hat viele Dekaden angedauert. Ich habe sie in den entsprechenden Forschungsberichten genauestens dokumentiert, doch für diesen Bericht sind nur folgende Ergebnisse wichtig: Es ist den Erschaffern gelungen, allerdings bräuchte man von den geringeren Rassen zu viele Seelen, um einen ganzen Kontinent zu erschaffen, als dass dies gelingen könnte, ohne den falschen Schöpfern aufzufallen, wenn es denn überhaupt genügend Individuen dieser Völker gäbe. Einzig die Drachen und die Götter selbst besitzen so viel innere Kraft, dass dies eine realisierbare Grundlage bilden würde. Wir Hochelben wären dann für den Feinschliff geeignet…

Doch auch von den Göttern würden hunderte benötigt werden, um etwas so Gewaltiges zu erschaffen. Dies erforderte viel Vorbereitung. Die Schöpfer des Neuen trafen den Entschluss, einen ersten, kleinen Teil Navideas aus Freiwilligen zu schaffen und diesen kleinen Teil dann dazu zu benutzen, außerhalb der Sicht der Alten Schöpfer, Drachen und Götter, die blind weiter dem Pfad der Acht folgten, anstatt die Schöpfung endlich zu korrigieren, als weiteres Baumaterial zu verwenden.

Vielleicht zwei Dutzend Götter des alten Pfades sind noch übrig geblieben, als mein Herr und die anderen Erschaffer mit zu viel Misstrauen betrachtet wurden, als dass sie so hätten weitermachen können. Auch wenn Götter dafür bekannt waren zurückgezogen und unter sich zu sein, wurde ihre Seltenheit langsam auffällig. Doch der Kontinent hat bereits größere Ausmaße angenommen, als ursprünglich vorgesehen war. So beschlossen die Schöpfer des Neuen, dass Navideas Form nun vollendet war.

Der nächste Schritt war die Gestaltung des Kontinentes. Dies war zwar weniger die Aufgabe meines Herren, doch ich kann berichten, dass alles, was auf Navidea gepflanzt wurde, ohne Probleme zu wachsen begann und sich schon bald ein schönes, fruchtbares Land jenseits Awarnors erstreckte.
Nun war der Grundstein für neues Leben gelegt.

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