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Feldlagernotizen im Brutkrieg

… daher begab es sich, dass die Horden gegen die Barriere schwemmten, wie hohe Wellen auf ein Riff schlagen. Angst umkam mich. Und ich sah sie auch in den Augen meiner Gefährten. Nie zuvor waren es so viele von ihnen gewesen. Orks, Untote, Dunkelelben, Tiermenschen mit Köpfen wie Schweine, Werwölfe, Guhle, selbst Trolle fanden sich in ihren Reihen. Wer waren wir, dass wir uns einbildeten dieser geballten Kraft an Verachtung und Hass auf uns, die freien Völker, Stand halten zu können? „Bleibt tapfer! Sie werden nicht zu uns durchbrechen!“ laut halte seine Stimme durch meinen Kopf. Nostrok sprach uns Mut zu. Nie hatte er sich bisher geirrt, wenn es um die Verteidigung von Fort Hope ging. Je weiter die hinteren Reihen der Brut ihre Verbündeten in der ersten Reihe gegen die Barriere pressten, desto mehr zerschmolzen die Kreaturen an ihr. Diese Barriere war das mächtigste magische Gebilde, dass ich je gesehen hatte. Und sicher empfanden meine Gefährten es ähnlich. Keiner ihrer Zauberer und Nekromaten hatte es bisher geschafft sie zu durchbrechen und uns direkt anzugreifen. Trotzdem war es der wohl größte Angriff auf unseren Stützpunkt seit dem Krieg gegen die Brut. Ob die Götter wohl spürten, dass sie gegen uns unterliegen würden? Jedenfalls sah es in diesem Moment nicht so aus. Sie warfen ihre geballte Macht gegen uns, forderten uns heraus, testeten unseren Mut. Unsere Entschlossenheit.

„Geht schlafen, ruht euch aus! Morgen haben wir einen langen Marsch und vermutlich einige Reihen an Ork Brut zu überwinden.“ wies Nostrok uns an. „Die Hochelben werden über die Barriere wachen. Sie brauchen deutlich weniger Schlaf zur Regeneration als ihr.“

Wir taten wie uns geheißen wurde. Meine Kameraden und ich, wir zogen uns in unsere Baracke zurück. Das Gelände Fort Hopes war weitläufig. Die Baracken lagen am äußeren Rand, mit Blick auf den See. Seine Oberfläche reflektierte das Licht der Barriere, in der die anschwallenden Horden zerrieben wurden. Ich drehte mich auf dem Sims der Tür noch einmal um. Nostrok stand mit dem Rücken zu den Baracken. Er war deutlich zu erkennen, trotz des glimmenden Lichts der Barriere in dessen Richtung er blickte. Eine leuchtende weiße Aura umgab ihn. Die Hochelben nannten ihn ‚Ecthel‘ die Speerspitze im Kampf gegen die Brut. Mir war nie bewusstgeworden wie er zu diesem Namen gekommen war. Für uns war er bisher der Schild, hinter dem wir Schutz fanden wann immer die Horden der Brut sich gegen uns, unsere Länderei und unsere Familien erhoben.

Die Barriere pulsierte. Einer der Trolle war bis nach vorne gekommen. Er schlug seine Keule wild gegen den undurchdringlichen Schild, der sich magisch um unser Lager, Fort Hope legte. Seine Keule schien zu zerreiben mit jedem Aufprall auf die Barriere. Er schien zu brüllen, doch die Barriere sorgte nicht nur, dass die Kreaturen nicht zu uns hereinkamen. Sie hielt auch jedwedes Geräusch ab.

„Wir sollen schlafen gehen.“, hörte ich meinen Kameraden Torek sagen. Er legte seine Hand auf meine Schulter und zog mich sanft in die Baracke. „Komm schon, morgen wird es genug Ärger für uns alle geben. Und sollte die Barriere fallen, werden uns die Elben sicher nicht schlafen lassen.“, grinste er. Ich willigte ein und folgte ihm in die Baracke. Schlaf würde mir gut tun…

Feldlagernotizen im Brutkrieg
v. Gemlek Herras
Jahr 23 im II. Zeitalter

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