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Ylayon

Im Süden Awarnors liegt das Land Ylayon, so man überhaupt von einem Land sprechen will. Im Gegensatz zu den meisten anderen Reichen kennt es keine festen Staatsgrenzen und erinnert mehr an einen losen Bund von Städten und einigen umliegenden Dörfern.

Das Kernland Ylayons sind die Küsten und das von einer kargen Glaswüste durchzogene Innere der Ylayischen Halbinsel. Da die Ylayer vor einigen Jahrhunderten über das Südmeer kamen, sind vereinzelte ihrer Städte über die gesamte Südküste Awarnors verstreut. Natürlich führt dies häufig zu Reibereien mit den dort herrschenden Reichen, die bisher jedoch immer friedlich beigelegt werden konnten, zumal die Ylayer geschickte Diplomaten und Seeleute sind, denen selbst Mandalische Seesöldner selten beikommen.

Der Großteil der Ylayer lebt in den im Regelfalle recht autarken Städten, deren Bauweise dem Reisenden zunächst fremd anmutet. Die meist aus Lehm konstruierten Häuser sind praktisch und halten sich an wenig architektonische Richtlinien, was in engen, verwinkelten Gassen Ausdruck findet. Hinzu kommt der Umstand, dass bei Platzmangel oft auf den flachen Dächern weitere Häuser errichtet werden, wobei so schon einmal ein halbes Dutzend Schichten entstehen kann, die ihrerseits durch Gänge und Brücken verbunden werden, so dass die Sonne selten die Straße erreicht. Da jedoch die meisten Ylayer auch in Armut nicht ihren Sinn für Schönheit verlieren, finden sich überall zahlreiche Dekorationen wie Bemalungen, Skulpturen, bunte Tücher, Teppiche und dergleichen. Reichere Großfamilien bauen Paläste, die aus die umliegende Stadt noch überragenden Blockbauten bestehen und durch ein bis mehrere Atrien im Inneren wie geordnete Varianten der Wohnviertel wirken.

Ylayon

Die Familien bestimmen auch das politische und gesellschaftliche Leben zur Gänze. Macht und Reichtum liegen fast zur Gänze in den Händen der Großfamilien, Häuser genannt. Wer einem Haus angehört, kann in dessen Palast aufwachsen, als wäre es eine eigene kleine Stadt. Durch seine Familie erhält er Schutz und Ausbildung. Hier kann er einen sozialen Aufstieg vollziehen. Ein jedes Haus ist für die Gerichtsbarkeit in seinem Viertel selbst zuständig, weshalb die Ylayer viel Willkür gewohnt sind.
Viele Familien spezialisieren sich auf Handwerke oder Professionen, deren Geheimnisse sie eifersüchtig hüten. So ist die Familie der Tal'Mayon für ihre komplexen Webarbeiten berühmt, während das Haus Hurach'Dai schon seit Generationen die gefürchtetsten Kämpfer und Generäle hervorbringt, die auch das Haus des Großsharbans schützen.

Der Sharban ist das Oberhaupt eines Hauses, das absolut dessen Kurs bestimmt. Die Sharbane der wichtigsten Häuser kommen alle sieben Jahre zusammen, um den Großsharban zu wählen, der ganz Ylayon, nicht immer unumstritten, nach außen vertritt. Hier wie in jedem Milieu herrscht eine Politik, die auch bei Gift und Klinge nicht endet.

Die Ylayische Gesellschaft ist sehr durchlässig, da Häuser frei entscheiden können, wen sie aufnehmen oder verstoßen, so dass ein Bettler theoretisch bis zum Sharban aufsteigen könnte, und umgekehrt.
All dies bringt auch viel Ungewissheit mit sich, die sich darin äußert, dass die meisten Ylayer einerseits gern im Hier und Jetzt leben und ihr Glück genießen, solange sie es noch können, andererseits jedoch hart zu sich und anderen sind, wenn sie ein Ziel vor Augen haben oder sich eine gute Gelegenheit auftut. Ihr Auge für gute Gewinnchancen macht sie zu berüchtigten Händlern.

In der Regel kleiden sie sich in den weiten und farbenfrohen Roben ihrer Heimat, die im Norden entsprechend schwerer ausfallen.

Die meisten Familien haben Schutzgötter, die die Ylayer als Wesen von Macht anerkennen, mit denen sie jedoch nur soweit verkehren, wie sie einen Vorteil darin sehen oder ihre Ideale teilen, anstatt sie blind anzubeten. Die bekanntesten Gottheiten sind Del'Alaar (Wissen und Weisheit), Gor'Mun (Seefahrt und Handel), Inae'Iul (schöne Künste), Hurach'Mar (Kampf) und Nai'Nethuluth (Tod und Erneuerung).

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